28. Bluesrock Festival in Tegelen/NL am 03.09.2011

Einer mehrjährigen Tradition folgend gaben wir vor Beginn des
Bluesrockspektakels erst mal eine Bestellung in der Pommesbude auf
dem Parkplatz vor dem Openluchttheater de Doolhof  in Tegelen auf:
Satespieße mit Erdnußsoße, Pommes mit Mayo und `ne Cola.
Das
muss so sein….sonst würde was fehlen.Nach dem Essenfassen ging es
schnurstracks ins überdachte Open Air Theater, Getränkemarken
fassen, Festival T – Shirt fassen. Das erste Getränk schwitzte ich
in Nullkommanix wieder aus, das Wetter hat einen gehörigen
Swamptouch, 100 Grad Fahrenheit und die Luftfeuchtigkeit einer
Heißmangel.In die Mangel nahm uns auch die erste Band des Tages,
Matchless Blue aus der niederländischen Provinz Limburg starteten um
13 Uhr den Musikreigen. Die 5 Männer bewegten sich im Swing- und
Jumpbluesbereich, sehr versiert, leider nur für eine knappe halbe
Stunde. Wir hörten u.a. eine feine Coverversion des unsterblichen
Elmore James Klassikers, den Madison Blues. Die Jungs ernteten nach
ihren Darbietungen verdienten Applaus…ich applaudierte mit und
kurbelte in der anschließenden Umbaupause die Konjunktur der
Getränkeindustrie an, es wurde immer hitziger.
Die texanische
Bluessängerin Dede Priest sorgte mit ihrer niederländischen
Begleitband anschließend auch nicht gerade für Abkühlung. Mit
ihrer Röhre zog sie etliche musikalische Schubladen auf, Blues,
Soul, Funk, Gospel. Phantastische Unterstützung erhielt sie vom
Gitarristen Raymond Nijenhuis und dem Bassisten Roelof Klijn, von
Schlagzeuger Jody van Oojien und Keyboarder Govert van der Kolm. Beim
Big Mama Thornton Klassiker Wade In The Water bekamen wir eine
frische Brise ab, die Eigenkompositionen von Dede bestachen durch
Soul und Soul und Soul und die Band machte zwischendurch gekonnte
Ausflüge in ihre Freiräume. Knapp 50 Minuten erlebten wir eine
charmante Dede mit ihren Mannen, der kräftige Applaus nach jedem
Lied sorgte für Kühlluftbewegungen. Ich besorgte mir in der Pause
bis zum Einsatz der nächsten Band einen Nachmittagskoffie und bekam
anschließend noch einen an der Waffel, die Waffel des Koffieshops
schmeckte vorzüglich.
Das Festival machte beim Detroiter Marcus
Malone und seiner Band seinem Namen alle Ehre, es bluesrockte
gewaltig. Der frühere Heavy Metal Zelebrator Marcus sorgte mit
Rhythmusgitarre und seiner verkratzten und soulvollen Stimme für
Stimmung unterm Dach. Leadgitarrist Michael Casswell feuerte
filigrane und verzerrte Gitarrensalven ins Volk, Bassist P J Phillips
und Schlagwerker Chris Nugent sorgten für heftiges Soundtuning, eine
kompakte Einheit werkelte dort vor uns auf der Bühne. Let The
Sunshine In, Titeltrack seiner letzten CD, trieb uns zusätzliche
Schweißperlen auf den Schädel, All That Love funkte fein und
zündete den Funken im Publikum und die Gibb/Bee Gees Ballade To Love
Somebody verstärkte meine Meinung, das Marcus Stimme der des Herrn
Rodgers ähnlich ist.
Der eingeholländischte Amerikaner Boyd Small,
Bart Kamp am Bass und Gitarrist Richard van Bergen von den Shiner
Twins aus den Niederlanden schmissen um 16 Uhr 35 den Groove an, dem
Monti Amundson und Henry Cooper an den Gitarren den Slide gaben, alle
zusammen sind sie die Sultans Of Slide. Richard van Bergen ersetzte
den unabkömmlichen Bandgründer Franck Goldwasser. Wir hörten
klirrende und glitzernde Slideattacken von ihrer CD Lightning
Strikes, Boyd sang seinen Titel Lucky Again. Das alles war, ich
gebrauche einen Ausdruck der Fußballsprache, ein Sliding Tackling,
ohne Körperverletzung. Ich musste mich erst mal setzen, in meinem
gesetzten Alter zwickt und zwackt es schon mal in den Knochen, meinen
Photoapparatverrenkungen sei Dank.Ab 18 Uhr kriegten wir anderen
Blues.
Den krachenden und deftigen Blues britischer Machart von Ian
Siegal, mit grollender und rauer Stimme trug er ihn uns vor.
Niederländische Rockabilly Saiteneinschübe kamen von Dusty Cigaar,
seines Zeichen Gitarrist der Rhythm Chiefs. Wie sagte Ian treffend zu
Dusty: This is one of the finest guitar player in Europe and he comes
from your own country. Keyboarder Paddy Milner, der immer fröhliche
Bassbearbeiter Andy Graham und Drummer Evan Jenkins waren die anderen
Mitstreiter der Bigger Blues Band. Ein Pfund, kann ich nicht anders
schreiben, das passte und der Chef im Ring – Ian – strahlte sehr
zufrieden und entlockte Stimmbändern und Saiten den Rauch, der die
Hütte rockte. Stücke seiner letzten CD The Skinny entlockten dem
Feiervolk und Volker viel Applaus, der Titeltrack besonders.
Der
straffe Zeitplan ließ leider bei der Bigger Blues Band wie auch bei
allen anderen Bands keine Zugaben zu, aber so ist das meistens bei
Festivals.
DeWolff sind mittlerweile zu einer ganz schön hohen
Hausnummer in Sachen psychedelischem Seventies Rock und BluesRock
aufgestiegen, meiner unmaßstäblichen Meinung nach völlig und
wahrhaftig zu recht. Die sehr jungen Brüder van de Poel und Herr
Piso traktierten ihre und unsere Nackenmuskeln und Halswirbelsäulen
aufs Spannendste. Nehmen wir mal den Schweineorgler Yellow Rat Magic
Blues, der eben mit Robins Schweineorgel eingeorgelt wird, Pablo
singt dazu mit seiner schon gut eingeschliffenen Stimme und
bearbeitet die Saiten seiner Vintagegitarre grandios. Luca läßt die
Sticks und nackten Füße trommeln und wirbeln und bassen. Wir hören
ruhige, fast schon verhaltene Töne, die dann brachialisierend
ausbrechen, das ist ganz genau der Stoff, den Volker so liebt, viele
andere neben und hinter mir auch. Oder nehmen wir Love in C Minor,
einem eingängigem Gitarrenriff geht die Saitenbearbeitung per
metallischem Eislöffel vor, die Orgel jault sich in die Tiefen und
Höhen und Luca haut das Schlagzeug in Grund und Boden. Bei zwei
Stücken tritt auch das Musikinstrument, das ohne Berührung Laute
entlässt, in Aktion. Das Theremin, dramaturgisch wertvoll drapiert
und Sound bereichernd. Diese Jungs werden weiter ihren Weg machen,
davon bin ich überzeugt. Ihren Weg gemacht hat auch die letzte Band,
die bei diesem Festival die Bühne betritt, und wie, sie existiert
seit mittlerweile 45 Jahren mit dem Motto: And Don`t Forget To
Boogie!
Canned Heat, was soll ich da groß zu schreiben, das gehört zum Rock- und Bluesmusikalischen
Allgemeinwissen. Heute Abend sind sie hier und ich freute mich sie zu
hören und zu sehen, 1699 andere auch, wir feiern die Band 90 Minuten
ab.Die Urviecher Adolfo Fito de la Parra und Harvey Mandel, seit
Urzeiten bei Heat, zusammen mit John Paulus am Bass und Gitarre und
Dale Spalding an der Harp, Gitarre, Bass und Gesang. Sie spielen und
singen mit uns zusammen, vor der Bühne tanzen die Massen, die
Stimmung kocht mehr als das Wetter. Sogar vom etwas experimentelleren
1968er Album Halleluja hörten wir was, Time Was. Ansonsten die
ganzen Kracher aus alten Zeiten, der Woodstock Film begann vor
unseren Augen mit Going Up The Country, wir workten together und
kriegten zum Schluß den Boogie, das Volk tobte, Volker auch. Ein
schwülheißes Festival war zu Ende, ich danke allen Mitarbeitern des
Festivals für ihre tolle Arbeit, den Musikern für ihre
inspirierende Musik, die transpirierte und dem Büro Pinkpop für die
Akkreditierung.

DeWolff im Steinbruch Duisburg am 10.09.2010

Es brauchte keinerlei zusätzlicher Rauschverursacher süßlich- oder grasigriechender oder prozentigflüssiger Form um sich beim Konzert der drei Jungs – Betonung auf Jungs, die sind zusammen gerade mal um die 50 Jahre jung – der niederländischen Band DeWolff  einen von den ersten Takten an ca. 100 minütigen psychedelischrockigen Rausch einzufangen und zu behalten.Von 22 Uhr bis ca. 23 Uhr 40 wurden ausnahmslos alle Zuhörer bedröhnt, was da an Energie und Spirit der Musik der 60er und 70er Jahre und Spielfreude und Können und Hingabe von der Bühne perlte und rockte…….. Mehr